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Relative Weight Methode – Bedeutung austarieren

Darum geht es

Bei der Relative Weight Methode wird für jedes Item seine relative Gewichtung definiert. Dafür wird jedes Item nach vier Kriterien bewertet. Aus dieser Bewertung wird eine Kennzahl ermittelt: das Relative Weight. Diese Methode gehört damit definitiv zu den zeitaufwendigeren Priorisierungsmethoden.

Die vier Kriterien sind:

Vorteil

  • Wie groß ist der Vorteil, wenn das Feature existiert?

Strafe

  • Wie groß fällt eine mögliche Strafe aus, wenn das Feature nicht existiert?

Risiko

  • Wie hoch ist das Implementierungsrisiko?
  • Gibt es Abhängigkeiten von anderen Teams?
  • Wie hoch ist das technische Risiko?

Kosten

  • Wie hoch sind die Kosten für die Umsetzung?
  • Wie viel Aufwand ist erforderlich?

Dafür eignet sie sich

Das Relative Weight berücksichtigt sowohl geschäftskritische Punkte als auch umsetzungsrelevante. Da die Kriterien zudem noch von verschiedenen Gruppen bewertet werden, ergibt sich aus dem unterschiedlichen Erfahrungsschatz der Teilnehmer eine recht valide Kennzahl.

Die Relative Weight Methode wird häufig als Teilschritt in SCRUM-Prozessen genutzt.

Und so funktioniert die Relative Weight Methode

Als Product Owner müsst Ihr zwei Meetings organisieren:
In dem ersten Meeting besprecht Ihr mit den betroffenen Kunden und den internen Stakeholdern die Kriterien „Vorteil“ und „Strafe“ jeder Story.
Mit Eurem SCRUM-Team bewertet Ihr das Risiko und die Kosten.

Alle Dimensionen werden jeweils mit einer Zahl von 1 bis 9 bewertet (1 = gering, 9 = groß).

Zur Ermittlung der Kennzahl wendet Ihr folgende Formel an:

Formel zur Berechnung der Kennzahl "Relative Weight"

Das Ergebnis kann dann in etwa so aussehen:

Relative-Weight-Score

Nun müsst Ihr Eure Tabelle nur noch nach dem Score sortieren und die Ideen mit dem höchsten Score zuerst umsetzen.

Artikel von Erik Möser, Foto von asclepio | stock.adobe.com

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