Lesezeit: 2 MinLesezeit

Tipps und Tricks für einen User Story Mapping Workshop

So werden Deine Workshops effizienter.

Nimm einige Ausdrucke des User Story Mapping Guide von Jeff Patton mit

Den Guide findest Du hier.

Sicherlich hast Du auf Deiner Agenda den Punkt „Story Mapping erläutern“. Neben Deiner Erklärung der Methode ist es sehr nützlich, den Guide selbst den Teilnehmern zur Verfügung zu stellen. Dann können sie während des Workshops die Basisinformationen nachlesen.

Teile den Besprechungsraum in zwei Bereiche

Wenn möglich, richte im Besprechungsraum einen Arbeits- und einen Diskussionsbereich ein. Der Arbeitsbereich ist die Zone vor der Wand, an der Du mit den Teilnehmern die Story Map entwickelst. Hier sollten lediglich kleinere Abstimmungen, aber keine Grundsatzdiskussionen stattfinden. Für solche Gespräche ist der Diskussionsbereich gedacht. Achte darauf, dass sich alle Personen an den Diskussionen beteiligen.

Hast Du den Eindruck, dass die Konzentration verlorengeht? Dann solltest Du eine weitere Pause machen – auch wenn sie nicht auf der Agenda steht.

Achte darauf, dass die User Tasks immer ein Verb enthalten

Erkläre den Teilnehmern, dass es wichtig ist, User Tasks mit einem Verb zu schreiben. So können alle Beteiligten besser verstehen, wie die Benutzer mit dem Produkt interagieren werden. Außerdem lassen sich dann die darauf aufbauenden User Stories und die zugehörigen Erläuterungen einfacher formulieren.

Also besser „Formular ausfüllen“ und „Formular abschicken“ statt „Formular“.

Oder gleich in der Form: „Als Interessent möchte ich mich über ein Formular für einen Newsletter anmelden, damit ich über aktuelle Events in meiner Region informiert werde.“

Stelle die richtigen Fragen

Jeff Patton schlägt vor, bei der Erstellung der User Tasks diese oder ähnliche Fragen zu stellen:

  • Was hätten die Nutzer des Systems sonst noch tun können?
  • Was könnte schiefgehen und was müsste der Benutzer tun, um das Problem zu lösen?
  • Was könnten andere Benutzergruppen tun, um ihre Ziele zu erreichen?
  • Wäre es nicht cool, wenn…?

Mithilfe solcher Fragen schaffst Du es, die Workshop-Teilnehmer aus ihrer Komfortzone zu locken und über andere Sichtweisen und Lösungsmöglichkeiten nachzudenken. So werden mehr Ideen generiert, aus denen dann die besten ausgewählt werden können.

Denke an die Qualitätskriterien

Anforderungen beschreiben häufig nur die Funktion oder das Feature. Die Qualitätskriterien werden auf diese Weise unterschlagen. Dabei haben sie entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung.

Wichtig sind folgende Fragen:

  • Wie lange soll das Produkt fehlerfrei laufen, bevor die erste Wartung erforderlich ist?
  • Wie schnell soll beispielsweise eine Website vollständig geladen sein? Gibt es eine andere Erwartungshaltung für andere Endgeräte?
  • Wie würden die Personas darauf antworten?

Überlegt im Team und legt die Qualitätskriterien eindeutig fest. Etwa so:

  • Als Product Owner möchte ich, dass das Produkt zehn Jahre hält, damit wir als Qualitätsführer am Markt auftreten können.
  • Als Anwender möchte ich, dass sich die Seite in zwei Sekunden vollständig lädt, weil ich diese Zeit von ähnlichen anderen Angeboten gewohnt bin.

Lass die Leute reden

User Story Mapping ist ein interaktiver Prozess, der alle Beteiligten auf denselben Stand bringen soll. Es ist keine One-Man-Show, bei der jemand vorgibt, was auf den Post-Its steht. Jeder kann, soll und muss dazu beitragen, das gemeinsame Verständnis zu verbessern – ganz gleich, aus welcher Abteilung sie oder er kommt.

Lass die Leute also über Nutzen, Aufwände, Risiken, Mehrwerte, Notwendigkeiten, Machbarkeiten usw. diskutieren oder sogar streiten.

Du solltest die Diskussion nur unterbrechen, wenn sie sich im Kreis dreht. Dann kannst Du diesen Punkt zurückstellen und später klären, wenn sich die Gemüter wieder beruhigt haben.

Validiere die User Story Map

Du kannst die User Story Map am Ende des Workshops schnell validieren, indem Du einige Teilnehmer bittest, das Produkt zu beschreiben. Jeder sollte mit der User Story Map an der Wand dazu in der Lage sein.

Artikel von Erik Möser, Foto von fizkes | stock.adobe.com

Mehr zu dem Thema

27.01.20212 MIN Lesezeit

Die Stage-Gate®-Methode - Schritt für Schritt zum innovativen Produkt

Das Stage-Gate®-Modell wurde von Robert G. Cooper entwickelt, um Innovations- und Entwicklungsprozesse zu optimieren. ...

weiterlesen
11.11.20204 MIN Lesezeit

Die Kano-Methode: Komplex, aber nah am Kunden

Die Produkteigenschaften auf die Erwartungen der Kunden abstimmen. ...

weiterlesen
06.10.20201 MIN Lesezeit

Die Eisenhower-Methode: Wichtig kommt vor dringend

Von der Kunst, zwischen Wichtigkeit und Dringlichkeit zu unterscheiden. ...

weiterlesen